Willkommen im JC-Log!
Die letzten 5 redaktionellen Beiträge:
- Euro 2008: Deutschland gegen Spanien vom 28.06.2008
- Zur Einstimmung vom 25.06.2008
- Euro 2008: Die Halbfinalspiele vom 23.06.2008
- Euro 2008: Der Weltmeister ist raus vom 23.06.2008
- Euro 2008: Россия! vom 21.06.2008
Türkiye!
Hier im Dorf haben wir gerade einen einsamen “Türkiye”-Rufer, der mit dem Fahrrad durch die Gegend fährt.
Q: »vib« in den Kommentaren von AAS
Amüsant zu lesen, nachdem ich gestern einmal quer über die Ringe musste, um nach Hause zu kommen. Diese Stimmung, diese ehrliche, friedliche Freude der Türken. – Diese Menge an Türken!
Es war schön, das zu sehen. Und irgendwie tut es mir schon leid, dass diese Freude am Mittwoch ein Ende finden wird.
Von diesem Enthusiasmus können wir Deutsche uns noch eine Scheibe abschneiden. Aber unsereins ist wahrscheinlich viel zu verwöhnt.
Euro 2008: Die Last-Minute-Türken haben wieder zugeschlagen
Kroatien —
Türkei 2:4 (0:0, 0:0, 0:0, 1:1) n.E.
Tore: 1:0 Klasnić (119), 1:1 Semih Şentürk (120+2)
Boah, diese Türken, Wahnsinn. Da wurde 115 Minuten lang unterste Fußballkost geboten, so gut wie keine Torraumszenen und generell ein unterirdischer Fußball, eines EM-Viertelfinales nicht würdig. Ich persönlich habe hauchdünne Vorteile für Kroatien gesehen, kann aber auch daran liegen, dass vor mir eine Dame mit rot-weiß karierter Mütze saß. Egal. Auf jeden Fall waren wir alle schon fast eingeschlafen und das Elfmeterschießen schien schon klar zu sein, als dem erst in der 97. Minute eingewechselten Ivan Klasnić das Tor für Kroatien gelang. Große Aufregung, vor allem in der türkischen Ecke. Wir alle ahnten, dass es das für die Türkei sein würde, die sowieso schon viel weiter gekommen war, als alle für möglich hielten. Und dann zieht Semih Şentürk in der wirklich, buchstäblich und ungelogen letzten Sekunde ab – und trifft. Soweit ich mich erinnern konnte, wurde das Spiel danach gar nicht erst wieder angepfiffen. Die Last-Minute-Türken, wie ich sie ab jetzt nenne, haben wieder zugeschlagen und retteten sich ins Elfmeterschießen.
Bei den Kroaten flatterten die Nerven. Kroatien konnte nur verlieren, die Türkei dagegen nur gewinnen. Entsprechend nervös gingen die kroatischen Schützen zum Elfmeterpunkt. Nach zwei verschossenen und einem vom türkischen Ersatztorwart Rüştü gehaltenen Schuss war Kroatien raus und die Türken – letztendlich natürlich auch irgendwie verdient – im Halbfinale. Gegen Deutschland. Kommenden Mittwoch. Und ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster: Gegen diese Türken werden wir keine Probleme bekommen. Wir müssen um Minute 75 herum nur entweder mindestens vier Tore Vorsprung haben oder sollten uns in den letzten 15 Minuten mit allen 11 Mann in das Tor stellen.
Euro 2008: Deutschland ist im Halbfinale
Portugal —
Deutschland 2:3 (1:2)
Tore: 0:1 Schweinsteiger (22), 0:2 Klose (26), 1:2 Nuno Gomes (40), 1:3 Ballack (61), 2:3 Hélder Postiga (87)
Na endlich. Deutschland hat wieder gespielt wie Deutschland in den letzten zwei Jahren. Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei Bastian Schweinsteiger, der an allen drei Toren beteiligt war. Ferner entschuldige ich mich bei Jens Lehmann, der heute endlich das war, was er sein muss, nämlich ein zuverlässiger Rückhalt der Mannschaft, der keinen einzigen Fehler gemacht hat. Außerdem lobe ich ausdrücklich Michael Ballack, der in bestechender Form ist und schon alleine den Unterschied gemacht hat. Und schließlich wieder einmal Philipp Lahm, der ein fast fehlerfreies Spiel gemacht hat, vorne wie hinten.
Deutschland war von Anfang an aggressiv und offensiv und ließ hinten fast nichts zu. Nur gegen Ende der ersten sowie zweiten Halbzeit ließen wir ein wenig nach, ließen uns hinten reindrängen und erlaubten so den Portugiesen jeweils den Anschlusstreffer; was für mich besonders ärgerlich kurz vor Schluss war, sonst hätte mein 1:3-Tipp in den diversen Tipprunden gestimmt. Aber egal, Hauptsache gewonnen. Deutschland im Halbfinale, wer hätte das vor dem Spiel geglaubt. Portugal, diese Zaubermannschaft um Christiano Ronaldo hat sich selbst entzaubert, als man sie das erste Mal in diesem Turnier dort angegriffen hat, wo sie am verletzlichsten sind: im Mittelfeld.
Ich teile die jetzt aufflammende Euphorie aber nicht. Egal, ob Kroatien oder Türkei (das Spiel findet morgen statt), das Halbfinale wird ein hartes Stück Arbeit werden. Das Turnier ist kein Selbstläufer. Egal, wie es weitergeht, Deutschland muss noch eine Schippe drauflegen. Heute haben wir gezeigt, was wir können, kommenden Mittwoch müssen wir aber noch zeigen, dass wir das auch 90 Minuten durchhalten.
Euro 2008: Die Viertelfinalspiele
Portugal —
Deutschland (heute, 20:45 Uhr in Basel, ARD überträgt)
Kroatien —
Türkei (Freitag, 20:45 Uhr in Wien, ARD überträgt)
Niederlande —
Russland (Samstag, 20:45 Uhr in Basel, ZDF überträgt)
Spanien —
Italien (Sonntag, 20:45 Uhr in Wien, ZDF überträgt)
Euro 2008: Tag 12 – Dieses war der letzte Streich
Griechenland —
Spanien 1:2 (1:0)
Tore: 1:0 Charisteas (42), 1:1 de la Red (61), 1:2 Güiza (88)
Im Abschiedsspiel des noch amtierenden Europameisters, in dem es um nichts mehr ging, verlor Griechenland dann auch noch mit 1:2. Griechenland ist damit der erste Titelverteidiger ohne Punktgewinn, aber das nur am Rande. Viertelfinalist Spanien mit einer D-Elf, auf unglaublichen zehn Positionen ausgetauscht, lieferte ein müdes Trainingsspielchen und konnte den einzigen griechischen Treffer des Turniers in der zweiten Halbzeit dann ausgleichen und kurz vor Ende noch den Siegtreffer erzielen.
Russland —
Schweden 2:0 (1:0)
Tore: 1:0 Pavlyuchenko (24), 2:0 Arshavin (50)
Russland ist verdient im Viertelfinale. Das mal vorweg. Was die schwedische Auswahl da abgeliefert hat, war mindestens eine Spielklasse schlechter. Wir alle waren überrascht vom starken russischen Fußballspiel, von den traumhaften Kombinationen, dem exzellenten Passspiel. Nur die Chancenverwertung ließ stark zu wünschen übrig und macht auf Seiten Russlands wenig Hoffnung auf das Viertelfinale gegen die abschlussstarken Niederländer.
Abschlusstabelle Gruppe D
1.
Spanien (+5 Tore / 9 Punkte)
2.
Russland (0 / 6)
3.
Schweden (-1 / 3)
4.
Griechenland (-4 / 0)


