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Euro 2008: Tag 11 – Adé le blue

Euro 2008

Niederlande — Rumänien 2:0 (0:0)

Tore: 1:0 Huntelaar (54), 2:0 Van Persie (87)

Wie bitte? Rumänien hat den Viertelfinaleinzug in der eigenen Hand, muss nur gegen die Niederlande gewinnen? Was heißt »nur«? Die Niederlande hat sowohl gegen den Vize-, als auch gegen den Weltmeister mit drei Toren Differenz gewonnen! Achso, ja klar, damit waren sie ja auch schon durch. Treten also mit B-Mannschaft an. Klar Schiff für Rumänien!

Tja, gelacht. Ich meine, irgendwie hätten wir uns wohl alle ein wenig gefreut, wenn die Todesgruppe so ganz anders endet, als man sich das ausgemalt hat. Aber Rumänien war sogar für eine auf 9 (neun!) Positionen veränderte niederländische Auswahl zu schwach. Huntelaar und van Persie machten die Sache für Oranje klar, die mit 3 Siegen aus 3 Spielen und einer traumhaften Tordifferenz hoffentlich nicht schon ihr Pulver verschossen haben.

Frankreich — Italien 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Pirlo (25, FE), 0:2 De Rossi (62)
Rote Karte: Abidal (FR, 24)

Das war ja mal wieder was. In memorian WM-Finale vor zwei Jahren in Berlin, nur ohne Zidane, dafür aber mit Abidal, der sich dank Notbremse eine rote Karte abholte und den Elfmeter verursachte, der Frankreich zurückwarf. Mal abgesehen von der Verletzung Ribérys, der sich wohl einen Unterschenkelbruch zugezogen hat. Frankreich also in Unterzahl gegen besser und schlauer agierende Italiener, die trotzdem bis zur 62. Minute brauchten, um einen zweiten Treffer erzielen zu können. Frankreich ohne Türkei-Boost, ja sogar ohne Ideen, wie man diese immer noch weit unter Niveau agierende italienische Auswahl schlagen kann. Letztendlich verdienter Sieg der Weltmeister; mit einem etwas faden Beigeschmack.

Die Équipe Tricolore ist damit raus. Rumänien sowieso.

Abschlusstabelle Gruppe C

1. Niederlande (+6 Tore / 9 Punkte)
2. Italien (-1 / 4)
3. Rumänien (0 / 2)
4. Frankreich (-5 / 1)

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Euro 2008: Tag 10 – Würg

Euro 2008

Österreich — Deutschland 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 Ballack (49)

War für ein Hängen, was für ein Würgen. Kapitän Ballacks wuchtigem Freistoßtor ist zu verdanken, dass Deutschland nicht in Scham versunken ist. »Hauptsache weitergekommen« ist das Credo, das momentan durch das Land hallt. Vom deutschen Spiel ging fast nichts aus, und wenn doch, dann waren es halbseidene Versuche. Die wirklich gefährlichen Torchancen kann man an einer Hand abzählen. Außer Philipp Lahm, Christoph Metzelder und mit Einschränkungen Michael Ballack sollte die gesamte deutsche Nationalmannschaft nachsitzen. Ja, sogar Uns Poldi hatte schon schönere Momente. Gomez war eine Vollniete und Klose verweigerte die Arbeit. Auch Superjoker Neuville brachte nichts mehr auf den Rasen. Und wenn man das so sieht, was da gegen die schlechteste Mannschaft, die jemals an einer Europameisterschaft teilgenommen hat, geboten wurde, dann fragt man sich schon, wie diese Leistung gegen ein euphorisiertes Portugal reichen soll. Das schöne Spiel, für das sich Deutschland seit nunmehr zwei, drei Jahren auszeichnet, ist irgendwo zwischen Klagenfurt und dem Tessin verloren gegangen.

Mit Österreich ist jetzt auch der zweite Gastgeber in der Vorrunde ausgeschieden. Im Gegensatz zur Schweiz hatte aber niemand etwas anderes erwartet.

Polen — Kroatien 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 Klasnić (53)

Da war noch ein anderes Spiel gestern? Achso, ja. Polen hatte noch theoretische Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale, sollten sie gewinnen und Österreich gegen Deutschland gewinnen, was ja sowieso nicht passiert ist. Aber auch so ist fraglich, ob es eine Mannschaft verdient hätte, ins Viertelfinale einzuziehen, die sogar gegen die C-Elf der Kroaten verliert. Ivan Klasnić, der Ex-Bremer mit Nierentransplantat, machte das Siegtor, aber auch so hatten die Kroaten einige hochkarätige Chancen. Kroatien also mit 3 Siegen aus 3 Spielen mehr als verdient im Viertelfinale gegen die Türkei.

Abschlusstabelle Gruppe B

1. Kroatien (+3 Tore / 9 Punkte)
2. Deutschland (+2 / 6)
3. Österreich (-2 / 1)
4. Polen (-3 / 1)

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Euro 2008: Tag 9 – Türkiye! Türkiye!

Euro 2008

Schweiz — Portugal 2:0 (0:0)

Tore: 1:0 Hakan Yakin (71), 2:0 Hakan Yakin (83, FE)

In einem Spiel um die goldene Ananas, das ich selbstverständlich nicht gesehen habe, konnte Gastgeber Schweiz einen anständigen Abschied gegen die portugiesische B-Elf abliefern. Portugal, schon für das Viertelfinale qualifiziert, schonte viele seine wichtigen Spieler. Dennoch ein hartes, teilweise unfair geführtes Spiel der Südländer. Die Schweiz feierte verdient den ersten (!) Sieg in einer Europameisterschaft.

Türkei — Tschechische Republik 3:2 (0:1)

Tore: 0:1 Koller (34), 0:2 Plašil (62), 1:2 Arda Turan (75), 2:2 Nihat Kahveci (87), 3:2 Nihat Kahveci (89)
Rote Karte: Volkan Demirel (TR, 90+2)

Die packendsten Spiele meines Lebens gehen weiter. In einem anfänglich recht langsamen und bedächtigen Spiel hatte Tschechien mehr Anteile, konnte aber so gut wie nie bis zum türkischen Tor durchdringen. Die Türkei auf der anderen Seite kam überhaupt nicht durch den tschechischen Abwehrriegel. Irgendwann, und es schien folgerichtig, konnte Koller nach einer mustergültigen Flanke mustergültig einlochen. Mit einem ambivalenten Gefühl, nicht nur gegenüber des möglichen Siegers, sondern gegenüber des ganzen Spiels, begann die zweite Halbzeit. Als Plašil in der 62. Minute zum 2:0 für die Tschechei traf, schien das Ding gelaufen. Die Türken, es regnete schon wieder, schienen nicht mehr die Kraft und den Willen zu haben, noch etwas zu bewegen.

Aber weit gefehlt! Arda Turan gelang der Anschlusstreffer und die Türken wachten auf. Einem Torwartfehler des tschechischen Schlussmanns Čech konnte Nihat Kahveci verdanken, den Ausgleich zu schaffen. Während unparteiische Beobachter klammheimlich auf das erste Elfmeterschießen der Geschichte in der Gruppenphase hoffte, gelang Matchwinner Nihat Kahveci der alles entscheidende Siegtreffer. Wahnsinn.

Damit aber nicht genug. Nein, Tschechien drückte und konnte sich wieder bis zum türkischen Strafraum durchkämpfen. Torwart Volkan ließ sich in der Nachspielzeit von Koller provozieren, schubste ihn und kassierte Rot. Herzflimmern bei jedem Fan guten Fußballs: Die Türkei hatte natürlich schon dreimal ausgewechselt, ein Feldspieler musste sich Volkans Handschuhe anziehen. Die Tschechen hätten nur einmal durchkommen müssen, das Tor zu erzielen wäre wohl kein Problem gewesen. Und dann: Elfmeterschießen gegen einen Feldspieler. Aber soviel Thrill hatte der Fußballgott heute nicht mehr parat. Reichte aber auch so.

Die Türkei zieht ins Viertelfinale ein. Verdient. Denn nur eine Mannschaft mit dieser Moral, die zweimal ein Spiel mit Kraft, Kampf und purem Willen gedreht haben, verdienen das Weiterkommen bei einem solchen Turnier.

Abschlusstabelle Gruppe A

1. Portugal (+2 Tore / 6 Punkte)
2. Türkei (0 / 6)
3. Tschechische Republik (-2 / 3)
4. Schweiz (0 / 3)

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Euro 2008: Tag 8 – Αντίο Έλληνας

Euro 2008

Schweden — Spanien 1:2 (1:1)

Tore: 0:1 Torres (15), 1:1 Ibrahimović (34), 1:2 Villa (90+2)

Etwas glücklich, aber letztlich verdient zieht Spanien vorzeitig ins Viertelfinale ein. Gegen starke Schweden konnte die spanische Auswahl nicht so schön und torreich aufspielen wie gegen Russland. Die Schweden hielten gut dagegen und hätten die dann doch eher schwache Abwehr der Spanier erfolgreich knacken können. Schafften sie aber nur einmal, während dem Goalgetter Villa in der Nachspielzeit der Siegtreffer gelang. Schweden hat noch alle Chancen, muss dann in einem »echten Endspiel« gegen Russland ran.

Griechenland — Russland 0:1 (0:1)

Tor: 0:1 Zyryanov (33)

Ganz andere Griechen liefen da auf. Griechen, die nicht wie gegen Schweden hinten dicht machten, sondern auch in der Offensive ihr Heil suchten. Sichtlich nervöse Russen hatten in der ersten halben Stunde Probleme damit, diese griechischen Angriffe einzuordnen. Nach dem eher glücklichen Treffer von Zyryanov, der nur aufgrund einer Klinikpackung Schlafmittel in der griechischen Mannschaft zustande kommen konnte, lief die Partie zunehmend in die Hände der Russen. Erst gegen Ende des Spiels versuchten die Griechen, sich noch einmal aufzubäumen, aber da reichte wohl einfach die Kraft nicht mehr.

In der Summe eines der schwächeren Spiele der bisherigen Euro. Europameister Griechenland, bisher als einzige Mannschaft noch 0 Tore, scheidet damit vorzeitig aus dem Turnier aus, während Russland sich alles offen hält (s.o.).

Tabelle Gruppe D nach Spieltag 2

1. Spanien (+4 Tore / 6 Punkte)
2. Schweden (+1 / 3)
3. Russland (-2 / 3)
4. Griechenland (-3 / 0)

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Euro 2008: Tag 7 – Oranje!

Euro 2008

Ich möchte vorwegschicken: Nicht nur dieser Spieltag, nein, fast ausnahmslos ist die ganze bisherige Europameisterschaft ein Turnier mit packendem, spannendem, gutem und schön anzusehendem Fußball. Das überrascht mich ein wenig, schließlich habe ich noch das Turnier 2004 im Kopf, in dem Mauerbollwerk Griechenland mit Defensivtaktik Europameister wurde.

Italien — Rumänien 1:1 (0:0)

Tore: 0:1 Mutu (55), 1:1 Panucci (56)

Was für ein Spiel. Weltmeister Italien stürzt sich selbst ins Tal der Tränen, während Underdog Rumänien seiner Außenseiterrolle in der »Todesgruppe« nicht gerecht wird. Die Rumänen spielten erfrischenden Konterfußball und hatten eine um die andere Gelegenheit, das Spiel an sich zu reißen. Italien war natürlich bemüht, aber Toni & Co. versagte regelmäßig das Können vor dem rumänischen Tor. Teilweise hatte es Italien nur noch Torwart Buffon zu verdanken, dass sie nicht frühzeitig nach Hause fahren mussten. Allerdings konnte selbst der nichts mehr machen, als Zambrotta einen unfreiwilligen Scorerpunkt erspielte und Mutu eine astreine Vorlage gab, die eigentlich als Rückpass gedacht war. Mutu nutze die Chance. Aber die Italiener antworten umgehend. Nicht einmal eine Minute später köpfte Chiellini den Ball auf die Füße von Panucci, der den Ball ins rumänische Netz schob. Der Status Quo war wieder hergestellt und Italien drückte und wollte den so wichtigen Sieg. Die Entscheidung allerdings schien gefallen, als Schiedsrichter Øvrebø in der 80. Minute Elfmeter pfiff – Panucci umarmte den Rumänen Niculae freundschaftlich von hinten, leider aber im Fünfmeterraum bei einem Eckstoß. Mutu war der Situation nicht gewachsen, semmelte den Ball mit aller Kraft in die Tormitte, wo ihn Buffon noch mit Finger- und Fußspitze abwehren konnte.

Letztendlich ein verdientes Unentschieden. Italien war nicht zwingend genug und Rumänien schlicht nicht gut genug, um einen Sieg zu verdienen. Beide Mannschaften können am letzten Spieltag den Einzug ins Viertelfinale klar machen, wobei Rumänien zumindest punktemäßig die derzeit besseren Chancen hat.

Niederlande — Frankreich 4:1 (1:0)

Tore: 1:0 Kuyt (9), 2:0 van Persie (59), 2:1 Henry (71), 3:1 Robben (72), 4:1 Sneijder (90+2)

Was für ein klasse Spiel! Ich würde sogar sagen, das bisher beste dieses Turniers. Im Duell zweier Topmannschaften setze sich das Team Oranje mit 4:1 Toren klarer durch, als es der Spielverlauf hergab. Tatsächlich war die niederländische Auswahl oft spielbestimmend und ging bereits frühzeitig, aber nicht unverdient mit 1:0 in Führung. Die Franzosen waren in der ersten Hälfte ein Schatten ihrer selbst und überließen zu oft das Spielgeschehen dem Gegner. Erst spät, in der zweiten Halbzeit, erwachten die Vizeweltmeister. Trotz Rückschlags durch van Persie gaben sie sich nicht auf und konnten nach einem mustergültigen Angriff durch Henry wieder den Anschluss finden. Leider zerplatzte allerdings weniger als eine Minute später der Traum: Die direkte Antwort von Robben lautete 3:1. Obwohl Frankreich nach wie vor alles versuchte, es sollte nicht mehr sein. Im Gegenteil, in der Nachspielzeit konnte Sneijder seine gute Leistung noch mit einem Tor krönen.

Die Niederlande sind damit durch. Überraschend, dass ausgerechnet in dieser Gruppe Nicht-Hauptfavorit Niederlande so früh und so überzeugend alles klar macht. Natürlich galten die Holländer schon vor dem Turnier als Meisterschaftsanwärter, aber niemand hatte Italien oder Frankreich solche Spiele zugetraut. Letztere müssen nun kommenden Dienstag in einer Neuauflage des WM-Finales um alles oder nichts spielen. Vorausgesetzt, die Niederlande gewinnt nicht gegen Rumänien, dann wird der Sieger der Partie Frankreich gegen Italien weiterkommen. Es ist aber bereits für beide vorbei, wenn sie nur Unentschieden spielen. Kompliziert, ja, aber vor allem irre spannend.

Tabelle Gruppe C nach Spieltag 2

1. Niederlande (+6 Tore / 6 Punkte)
2. Rumänien (0 / 2)
3. Frankreich (-3 / 1)
3. Italien (-3 / 1)

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